UW-Rugby


Webseite

UW-Rugby

UW-Rugby

Eine ungewöhnliche Sportart – von Roland M. (Fotos: René)

Wolltest Du schon immer mal eine wirklich aufregende Sportart kennenlernen?

Dann bist Du hier richtig und solltest weiterlesen. Unbedingt!

Unterwasserrugby, kurz UW-Rugby, ist eine Sportart, die sogar zu den ungewöhnlichsten dieser Welt gehört. Wie der Name bereits andeutet, hat es mit Rugby zu tun, denn genau wie bei der klassischen alten Rasensportart aus Großbritannien geht es um zwei Mannschaften und einen Ball.

Bevor hier um den Ball die großen Erklärungen beginnen, solltest Du Dich einfach mal in die Materie hinein versetzen (wegen des besseren Verständnisses am Bildschirm).

Also Badeklamotten an, Schwimmflossen an die Füße, Taucherbrille und Schnorchel auf und - halt! Beinahe hätte ich es vergessen. Eine Mütze! Doch, kein Gag, die Mütze ist sozusagen das Erkennungszeichen des Spielers und keiner geht ohne sie ins Wasser. Diese Mütze ist die klassische Haube, wie sie die Wasserballer tragen, mit einem beidseitigen Ohrenschutz aus Kunststoff versehen, die meist in der Farbe sandstrandweiß oder meerestiefenblau angeboten wird. In etwa dem selben Farbton solltest Du auch einen Badeanzug oder eine Badehose tragen.

Jetzt sind wir fast schon startklar. Ein paar Instruktionen zuvor: Du solltest einfach mal ins Wasser gleiten und Dich dort ein bißchen bewegen. Das Becken, in dem es gleich zur Sache gehen wird, ein wenig testen. Stell einfach mal fest, wie groß die Schwierigkeit für Dich ist, den Beckengrund in fünf Meter Tiefe zu erreichen. Kein Problem? Im letzten Urlaub wesentlich mehr geschafft? Keine Ohrenschmerzen? Keine Erkältung? Gratuliere, die Themen Gesundheit und Kondition sind damit bereits geklärt, Feinheiten kommen später. Übrigens, was da inzwischen auf jeder Seite auf dem Beckengrund zu erkennen ist, sind die Tore aus Edelstahl. Wir spielen ja ein Ballspiel und irgend etwas muß mit dem Ball ja geschehen. Apropos, den Ball, den solltest Du schon mal vorab in die Hand nehmen. Ups - ja genau! Bitte festhalten, das Teil ist schwer! Nicht größer als ein normaler Handball, nur viel glatter, wiegt das Ding knapp drei Kilo. Und damit soll man spielen können?

Sei beruhigt es geht, und wie!

Du solltest es gleich mal ausprobieren. Einfach den Kopf ins Wasser stecken, Ball in die Hand nehmen und losschwimmen. Jetzt stoße das Ding, Pardon, eben diesen mit schwerem Salzwasser gefüllten Ball mal in Richtung vorbei-paddelnder-Mitspieler. Überrascht? Glaub ich, das waren bisher alle, die es das erste Mal ausprobiert haben. Dieser Ball saust nämlich ganz ordentlich und auch ein ganzes Stück weit, trotz des enormen Wasserwiderstandes.

Kannst Du Dir jetzt vorstellen, was passiert, wenn man diese Kugel so richtig mit Kraft und zugleich gezielt wegstößt? Und ein anderer Spieler in unmittelbarer Nähe fängt ihn und macht das selbe blitzschnell zum nächsten Spieler? Und der wieder und so weiter und so weiter? Genau, das ganze bekommt Dynamik und – halt. Mit mir geht bereits die Begeisterung durch, deshalb noch ein paar Instruktionen zu Beginn.

Wie gesagt, es treten zwei Mannschaften an. Bei uns im Tauchclub Delphin passiert das jeden Montag ab 20 Uhr im Sprungbecken des Olympiabades. Da wir dies sehr lose, aber mit großer Begeisterung betreiben, sind Zusammensetzung und Mannschaftsstärke jeden Montag neu und verschieden. Auch ein Reiz, der uns immer wieder tolle Spiele beschert und damit auch Anreiz für Dich, ebenfalls vorbei zu kommen und mitzumachen.

Aber jetzt wollen wir endlich anfangen! Also, Ausrüstung ist o. k., die Tore sind auf dem Beckengrund versenkt, ein wenig aufgewärmt sind wir durch die Hin- und Herschwimmerei auch schon. Dann könnte es eigentlich losgehen, oder?

Stop! Die Regeln! Hier in Kurzform!

  1. Immer wenn Du den Ball hast, wird der Gegner versuchen, ihn Dir wieder wegzunehmen!
  2. Der Gegner darf das!
  3. Gib den Ball deshalb früh genug an einen Deiner Mitstreiter ab!
  4. Deine Mitspieler sind links und rechts, über und neben Dir und wie Du, ständig in Bewegung.
  5. Sieh Dich immer um, wo sie sind!
  6. Siehst Du nur noch Gegner, dann bist Du zu weit nach vorne geschwommen und hast spätestens jetzt ein Problem (siehe Punkt 1).
  7. Gib den Ball lieber in der eignen Mannschaft zu früh ab, als ihn an einen Gegner zu verlieren.
  8. Die Ausrüstung des Gegners ist tabu, vor allem wenn Du seinen Ball willst.
  9. Treten, beißen, kratzen ist verboten. Grabschen ist sogar streng verboten.
  10. Der Ball muß ins gegnerische Tor!
  11. Auf diesem Tor sitzt meist ein Torwart, der mit angehaltener Luft versucht, Dich, oder einen Deiner Mitspieler daran zu hindern, den Ball in sein Tor zulegen, oder zu werfen, kurzum zu versenken.
  12. Das Spiel dauert bei uns etwa eine Stunde!

Das war im wesentlichen das, was man wissen sollte. Alles weitere erfährst Du dann bei uns vor Ort. Vielleicht noch etwas! Wenn Du Dir nicht sicher bist, mithalten zu können, kann ich Dich beruhigen. Wenn Du Spaß am Schnorcheln hast, mal ein paar Meter schnell schwimmen kannst und ein wenig auf Deine Mitspieler schaust, besteht die immens große Gefahr, dass Dir dieses Spiel gefallen könnte. Dann hoffe ich sehr, Dich immer am Montag am Beckenrand begrüßen zu dürfen. Also, wann probierst Du es einfach mal selbst aus?

25.03.2006 12:14, John